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Klassische Musik und Oper von Classissima

Dietrich Fischer-dieskau

Samstag 10. Dezember 2016


nmz - KIZ-Nachrichten

21. November

Brahmspreis 2017 für schwedischen Dirigenten Herbert Blomstedt

nmz - KIZ-Nachrichten Heide - Der schwedische Dirigent Herbert Blomstedt erhält den mit 10 000 dotierten Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein. Der 89-Jährige beeindrucke seit mehr als sechs Jahrzehnten mit herausragenden Leistungen das Konzertpublikum, teilten die Veranstalter der Brahms-Wochen in Heide mit. Der skandinavische Künstler gelte als «Grandseigneur des Taktstocks». Die Verleihung des Preises findet am 10. Juni 2017 in der St. Bartholomäus-Kirche in Wesselburen (Kreis Dithmarschen) statt. Die 1987 gegründete Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein verleiht alljährlich den Brahms-Preis an herausragende Persönlichkeiten und Interpreten der klassischen Musik. Zu den Preisträgern gehörten unter anderem Leonard Bernstein, Sir Yehudi Menuhin, Dietrich Fischer-Dieskau, Anne-Sophie Mutter und Christoph Eschenbach.

nmz - neue musikzeitung

21. November

Brahmspreis 2017 für schwedischen Dirigenten Herbert Blomstedt

Heide - Der schwedische Dirigent Herbert Blomstedt erhält den mit 10 000 dotierten Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein. Der 89-Jährige beeindrucke seit mehr als sechs Jahrzehnten mit herausragenden Leistungen das Konzertpublikum, teilten die Veranstalter der Brahms-Wochen in Heide mit. Der skandinavische Künstler gelte als «Grandseigneur des Taktstocks». Die Verleihung des Preises findet am 10. Juni 2017 in der St. Bartholomäus-Kirche in Wesselburen (Kreis Dithmarschen) statt. Die 1987 gegründete Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein verleiht alljährlich den Brahms-Preis an herausragende Persönlichkeiten und Interpreten der klassischen Musik. Zu den Preisträgern gehörten unter anderem Leonard Bernstein, Sir Yehudi Menuhin, Dietrich Fischer-Dieskau, Anne-Sophie Mutter und Christoph Eschenbach.




Karl Richter in Muenchen

15. Oktober

Karl Richter zum 90. Geburtstag

Im Porträt: Karl Richter zum 90. Geburtstag WDR 3 TonArt 14.10.2016 | 09:55 Min. Sammlung zum Dirigenten Karl Richter WDR 3 TonArt | 14.10.2016 | 08:56 Min. "Johannes Martin ist leidenschaftlicher Sammler von allem, was er zu Karl Richter finden kann. 5 Jahre lang war er in den 60er Jahren Mitglied des Münchener Bach-Chores, den Richter gegründet hatte. Im Interview spricht er über seine Sammlung." Am 15. Oktober 2011 wäre Karl Richter 90 Jahre alt geworden. Als Karl Richter mit 54 Jahren an Herzversagen starb, gab es große Bestürzung allerorten. Denn Ruhm und Wirkung der von ihm geschaffenen neuen Bach-Tradition und seine Schöpfung des einst weltberühmten Bach-Chores, eines Laien-Chores von professionellem Zuschnitt, hatten eine geradezu hymnische Verehrung in allen Weltteilen geerntet, wie sie kein anderer Kantor des 20. Jahrhunderts - außer vielleicht seinen beiden Lehrern Karl Straube und Günther Ramin - je für sich in Anspruch nehmen konnte. Diese beiden großen Lehrmeister, in deren Obhut Richter, neben der chorischen Erziehung durch Rudolf Mauersberger, aufwuchs, vermittelten ihm die Aufführungspraxis mindestens dreier Generationen...  ...Unglaublich immer wieder die Gedächtnisleistung: Ihm war das gesamte Tastenwerk wie alles, was Bach der menschlichen Stimme anvertraut hat, im Kopf und sofort verfügbar. Oft war er bis zum Konzertbeginn nicht völlig sicher, was auf dem Programmzettel stand. Und im Grunde konnte erst auf dem Weg über seine Interpretationen auf der Orgel oder dem Cembalo wirklich ermessen werden, wie seine Bach-Auffassung sich von Jahr zu Jahr rundete: von äußerster Strenge und Sachlichkeit ausgehend, wuchs er zum Ausdruck jener glutvollen Frömmigkeit, die ihn beseelte. Wenig kümmerte sich Richter um musikwissenschaftliche Revolutionen, um die jüngere Bach-Forschung. Er ließ sein Bach-Orchester auf modernen Instrumenten spielen und richtete sein ganzes Bemühen daran aus, eine Intensität zu vermitteln, die eine seiner spezifischen Qualitäten ausmachte. Während der Aufführungen enthusiasmierte er Ausführende wie Hörende, und nie konnten die genau Einstudierten sicher sein, ob sie nicht geheimnisvoll in ganz andere Ausdruckssphären und damit andere Tempi und Lautstärken geführt wurden, nicht wissend, wie ihnen geschah. Kein bequemer Künstler war er, folglich auch kein bequemer Mensch. So hat er nicht bloß Anstöße gegeben, sondern auch Anstoß erregt. Wer wie er sein ganzes Leben einsetzt, ohne Rücksicht auf das Herz oder die immer gefährdeten Augen, der kann auch unduldsam bis zur Härte werden, wenn es um das Werk, die Leistung - und nicht zuletzt ums Ansehen ging...  Er hat das Leben aller, die Musik lieben, reicher gemacht. Und er wäre noch zu damals nur geahnten symphonischen Ufern aufgebrochen. Meine letzte Begegnung mit ihm bei einem Deutschen Requiem von Brahms in Baden-Baden ließ den großen Atem und die Ausdruckstiefe spüren, die er als Dirigent verwirklichen konnte. Auf dem Gebiet der Oper - ich durfte Händels Cesare und Glucks Orfeo mit ihm musizieren - bewährte sich außer seiner improvisatorischen Spannkraft eben jener Umgang der menschlichen Stimme, den ihm das große, aber durch ihn selbst als beendet erklärte Kantaten-Projekt auf der Schallplatte beschert hatte. (entnommen dem Textbeitrag, den Dietrich Fischer-Dieskau unserer Buch-Dokumentation "Karl Richter - Zeitzeugen erinnern sich) dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat)

Crescendo

12. Oktober

Eine Ära? Dass ich nicht lache!

Der große Pianist Alfred Brendel ist dieses Jahr 85 Jahre alt geworden. Nun wird er mit dem ECHO KLASSIK für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Darüber, dass mit seinem Abschied vom Konzertpodium eine Ära zu Ende gehen würde, konnte Alfred Brendel nur schmunzeln. Solche pathetischen Überhöhungen sorgen bei ihm höchstens für Satire, Hohn und Spott. Kein Wunder also, dass er das Szenario seines eigenen Rückzugs einst in einem seiner vielen Gedichte präzise und absurd ausmalte. Das Poem handelt von einem „119-jährigen Großverweser sämtlicher Sonaten, Balladen und Bagatellen“, der nach der zwölften Zugabe endgültig vom Podium abtritt. Just in diesem Moment kracht die goldene Bruckner-Orgel im Wiener Konzertverein zusammen und begräbt den Konzertflügel – die Statuen der „27 allergrößten Komponisten“ stürzen vom Sockel und „das linke Bein Schuberts“ fällt in den Schoß der Garderobiere vom Sacher. Mit anderen Worten: Der Abtritt eines Pianisten, auch eines Alfred Brendel, ist kein Beinbruch. Es wird auch weiterhin großartige Pianisten geben, die großartige Werke interpretieren. Und dennoch, ganz falsch ist der Satz vom Ende einer Ära dann auch wieder nicht. Alfred Brendel hat Musikgeschichte geschrieben, und zwar auf ganz unterschiedlichen Feldern: als Beethoveninterpret, natürlich, als jemand, der das Extrovertierte des Komponisten in so etwas wie Perfektion (dieses Wort würde er selbst wohl nie benutzen) verwandelt hat. „Equilibrium“ ist eines jener Worte, die Brendel gern benutzt: das Herstellen eines inneren Gleichgewichts. Und darin war er ein Meister. Er suchte nicht, wie viele andere Pianisten heute, das Unbalancierte, das Raue, das Gebrochene. Stattdessen ging es ihm stets um die Form. Brendel glaubt daran, dass Musik auch darin ihren Sinn haben könnte, das Archaische, das Natürliche, das Ungestüme und das Unausdrückbare in eine Form zu bringen und zu ordnen. Musik als Zähmung der eigenen Widerspenstigkeit vielleicht. So hat er es bei Beethoven gehalten, bei Schubert, bei Mozart und Liszt. Seine Interpretationen sind virtuos geordnete Extreme. Alfred Brendels Karriere ist eine Karriere jener Ära, als sich der Interpret noch als wahrhaftiger Hüter des Werkes und seiner Schöpfer verstand und sich gern selbst zurücknahm. Eine Ära, in der nicht mit der eigenen Biografie, mit Homestorys oder Klischees für die Musik geworben wurde, sondern als die Musik noch die einzige Werbung für die Musik war – das reine Spiel. Und vielleicht ist es das, was Brendels Interpretationen bis heute spannend macht: sein Verständnis von Musik als Spiel, als ernsthaftes, durchaus aber auch luzides Experiment, als Ort, an dem Ironie und Subversion ausprobiert werden können, aber stets unter dem Schutz des Großen und Ganzen, des Heiligen – des Klassischen. Alfred Brendel ist ein Kosmopolit. Er wurde 1931 in Wiesenberg in der Tschechoslowakei geboren, zog mit drei Jahren gemeinsam mit seinen Eltern nach Jugoslawien, wo die Familie eine Pension unterhielt, und studierte später in Graz – unter anderem bei Paul Baumgartner und Edwin Fischer. Neben seinen zahlreichen legendären Einspielungen, die zu seinem 85. Geburtstag im Januar in einer 114-CD-Box bei DECCA herausgekommen sind, war er einer der gefragtesten Liedbegleiter, unter anderem von Dietrich Fischer-Dieskau. Nach seinem Hörsturz im Jahre 2012 wurde es Brendel unmöglich, selbst zu musizieren, die Wahrnehmung der einzelnen Noten hat gelitten, und Mittelmaß wollte er, der Perfektionist, nicht abliefern. Dennoch war die Krankheit kein Grund für ihn aufzuhören. Seither erhebt er im Londoner Stadtteil Hampstead das Wort: als Schriftsteller von bissigen Gedichten, als Vermittler von Musik, als Lehrer – er gibt Vorträge, bekrittelt den modernen Musikmarkt, wehrt sich gegen die Schnelllebigkeit und die Schlampigkeiten von Schallplattenfirmen, Künstlern und besonders von Kritikern. Alfred Brendel gefällt sich in der Rolle des Kommentators, des moralisch Wahrhaftigen, des Beobachters, des Grandseigneurs. Und manchmal tut es ein bisschen weh, wenn er mit seinen Kommentaren dann eben doch Position für fragwürdige Dinge ergreift. Etwa, wenn er (mit vollem Recht!) das musikalische Bildungssystem in Europa angreift, um ausgerechnet das venezolanische „El Sistema“, das offensichtlich Teil einer politischen Diktatur ist, zum Vorbild zu erheben. Positionierungen, die ein wenig am Lack des ansonsten so humanistisch denkenden Pianisten kratzen. Natürlich unterrichtet Alfred Brendel noch immer. Denn in Wahrheit ist ihm durchaus klar, dass er vielleicht doch der letzte Vertreter einer großen Ära sein könnte. Und der selbst ernannte „Großverweser der allergrößten Kom­ponisten“ findet – zu Recht –, dass es ihm durchaus zustehe, sein Wissen an die Protagonisten der neuen Ära weiterzugeben. Mit dem Abtreten vom Konzertpodium ist er genau so sachlich umgegangen wie mit dem Wissen, dass auch seine Zeit nicht ewig ist: „Ich bin da immer Realist gewesen“, sagte er erst kürzlich dem Spiegel. „Ich mache mir nicht viel vor. Ich habe auch gar nichts gegen den Tod, wenn er rechtzeitig kommt.“ Aber der lässt sich hoffentlich Zeit. Und so greift Brendel weiterhin in die Gegenwart ein. Einer seiner erfolgreichsten Schüler ist Kit Armstrong – und an dessen Spiel zeigt sich vielleicht am besten, dass das Ende einer Ära immer auch der Anfang einer neuen ist: Armstrong hat die Klugheit Brendels, ist ebenso philosophisch, ein genialer Komponist – und als Pianist mit gleicher (ja, wir nennen es noch einmal so!) Perfektion ausgestattet. Aber Armstrong ist vielleicht noch transzendenter, ungreifbarer als sein Lehrer. Während Brendel bis heute noch mit einem Bein im Leben steht, ist Armstrong bereits einen Schritt weitergegangen – und steht nur noch im Kosmos der Musik. Seinen tatsächlichen Abschied vom Klavierspiel hat Brendel übrigens im Stillen zelebriert, in seiner Wohnung in London, an seinem eigenen Flügel – damals spielte er ganz für sich allein den langsamen Satz aus Beethovens „großer“ Sonate für Hammerklavier op. 106. Verstummt ist der Großmeister seither zum Glück nicht – er spielt nur keine Musik mehr.



Dietrich Fischer-dieskau

Dietrich Fischer-Dieskau (28. Mai 1925) ist ein deutscher Sänger der Stimmlage Bariton. Er ist auch Dirigent, Maler, Musikschriftsteller und Rezitator. Fischer-Dieskau gilt als einer der bedeutendsten Lied- und Opernsänger des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit über 400 Schallplatten zählt seine Diskografie zu den umfangreichsten überhaupt.



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